Mein Praktikum bei den Bücherhallen, Teil 2

Zwölf Wochen später ist meine Zeit in Hamburg bereits wieder vorbei. In meinem zweiten Blogbeitrag erzähle ich euch, was sich in den letzten sechs Wochen noch alles ereignet hat.

Die restlichen sechs Wochen meines Praktikums bei den Bücherhallen Hamburg

Nach dem Veranstaltungsbüro (siehe meinen ersten Blogbeitrag) ging es für mich zwei Tage ins Team „Servicetelefon“. Dort können die Benutzer anrufen, wenn sie eine Frage haben, sie Medien verlängern möchten oder eine Beschwerde haben. Das Servicetelefon ist eigentlich für jegliche Angelegenheiten gedacht. Möchte ein Benutzer nicht anrufen, gibt es auch die Möglichkeit eine Mail zu schreiben. Neben dem Servicetelefon kümmert sich das Team auch um die Medien-Anschaffungs-vorschläge von Benutzern. Das heisst, sie geben den Benutzern Bescheid, ob ihr Medienwunsch in den Bestand aufgenommen wird oder nicht. Leider waren diese beiden Tagen etwas langweilig für mich. Ausser auf einige Anschaffungsvorschläge zu antworten, gab es für mich nichts zu tun. Einen Tag in dieser Abteilung hätte also vollkommen ausgereicht.

Am Mittwoch in derselben Woche durfte ich in einem der beiden Bücherbusse mitfahren. Dies war auf jeden Fall eine interessante Erfahrung, da es sich doch komplett vom eigentlichen Bibliotheks-betrieb unterscheidet. Die Busse fahren in ländliche Gebiete und Stadtteile, in denen die öffentlichen Bibliotheken fehlen. Es gibt offene Haltepunkte in den Bezirken Bergedorf, Harburg, Mitte und Altona sowie Haltestellen an Schulen und Kitas. Ich bin mit dem Bergedorf Bus mitgefahren. Die Tour fing um 10:30 Uhr an, hatte fünf Haltepunkte und endete Abends um 18:00 Uhr. Der erste Halt war an einer Schule, die restlichen Vier waren offene Haltepunkte im Bezirk Bergedorf. An jedem Halt blieben wir zwischen 45 Minuten und einer Stunde stehen, danach ging es sofort weiter zum nächsten Punkt. Zum Teil fand ich es sehr stressig, da man an jedem Ort wieder die Arbeitsplätze für die Ausleihe beziehungsweise für die Rückgabe einrichten muss. Dann kamen alle Benutzer auf einmal, die man bedienen musste und dann war die Zeit auch bereits wieder um. Wir packten alles zusammen und fuhren zum nächsten Haltepunkt. Andererseits gab es auch Haltestellen, an denen nur zwei bis vier Leute kamen. Dann sitzt man im Bus und wartet bis die Stunde um ist. Ich selbst würde lieber nicht in einem der Busse arbeiten wollen, aber es war spannend einen Einblick in diese Arbeit zu erhalten.

Bücherbus
Bücherbus

In dieser Woche war Einiges los. Denn nach dem Bücherbus war ich noch zwei Tage in der Stadtteilbibliothek in Horn. Dort war gab es leider auch nicht viel zu tun und Benutzer gab es in dieser Zeit auch nur wenige. Aber ich bekam einen Einblick in den Ablauf einer Stadtteilbibliothek mit Open Library. Open Library bedeutet, dass die Bibliothek zu gewissen Zeiten nicht personell besetzt ist. In Horn war das eine Stunde über den Mittag. Die Bibliothek kann aber während dieser Zeit trotzdem von Kunden benutzt werden. Hinein kommen alle über 18 mit einem gültigen Kundenausweis, welche dann durch die Selbstverbucher und automatischen Rückgabeautomaten die Bibliothek nutzen können.

Die nächsten drei Wochen verbrachte ich wieder in der Hauptfiliale, also der Zentralbibliothek. Dort war ich je eine Woche in den drei verschiedenen FaMI-Teams. „FaMI“ bedeutet Fachangestellte/r für Medien- und Informationsdienste und ist die deutsche Bezeichnung für Fachleute Information und Dokumentation. Jedes der drei Teams in der Zentralbibliothek hat eigene Aufgaben und Bereiche, für welche sie zuständig sind.

Team 1 ist zuständig für nicht vollständig zurückgegebene Medien, für defekte Medien und für solche, die aus dem Bestand gelöscht werden sollen. Neben diesen Aufgaben arbeiten alle Team-mitglieder auch im Service. Dort sind sie zuständig für Fragen der Benutzer; zum Beispiel, wenn ihre Ausleihkarte nicht funktioniert oder sie ihre Jahresgebühr erneuern möchten. Hauptsächlich werden dort aber Anmeldungen gemacht.

Team 2 ist zuständig für den Freihandbereich. Das heisst, wenn Benutzer etwas vormerken lassen, holen sie die Bestellungen aus dem Freihand. Dies können pro Tag zwischen 50 und 100 Vormerkungen sein. Ausserdem sind sie für die Materialverwaltung zuständig; also Kopierpapier, Toner, Kundenkarten usw. bestellen. Auch sie arbeiten zusätzlich noch im Service.

Team 3 ist das Veranstaltungsteam. Jeden Morgen gehen sie durch die Bibliothek und wechseln die Plakate für Veranstaltungen aus. Sie arbeiten eng mit den Medienpädagogen, welche Veranstaltungen planen, zusammen. Sie bestellen Veranstaltungsmaterial und führen falls nötig Aufsicht. Während meiner Zeit in Team 3 fand die Abschlussveranstaltung der Hamburger Märchentage statt, bei der ich mithelfen durfte. Dort hat Till Demtrøder, einige kennen ihn vielleicht aus der Serie Großstadtrevier, verschiedene französische Märchen vorgelesen. Zu dieser Veranstaltung kamen sechs Schulkassen. Diese mussten wir dann in Empfang nehmen, ihnen zeigen, wo sie Jacken und Taschen ablegen konnten und wo die Veranstaltung stattfindet. Neben den Veranstaltungen betreut das Veranstaltungsteam auch Buchausstellungen in der Bibliothek. Ich durfte für den Belletristik-Bereich auch ein Thema überlegen und Titel dazu recherchieren.

Von allen drei FaMI-Teams hat es mir in Team 3 am besten gefallen.

Innenansicht Zentralbibliothek
Abteilung Sprachen in der Zentralbibliothek

Für die beiden letzten Wochen ging es dann für mich noch einmal in eine Stadtteilbibliothek. Dieses Mal in Niendorf. Dort erhielt ich einen weiteren Einblick in den Ablauf einer Stadtteilbibliothek. Niendorf hat ebenfalls Open Library. Zwischen 08:00 und 11:00 Uhr morgens sowie zwischen 19:00 und 20:00 Uhr abends haben die Kunden die Möglichkeit die Bibliothek ohne Personal zu nutzen.

Sehr toll war zu merken, dass ich durch die vielen Stationen, in denen ich die Wochen zuvor war, schon so viel Erfahrung gesammelt hatte, dass ich aktiv und so gut wie ohne Hilfe in der Bibliothek mitarbeiten konnte. Es war schön zu sehen, wie viel ich in der kurzen Zeit gelernt habe.

Bücherhalle Niendorf
Bücherhalle Niendorf

Am Donnerstag, 29.11.18 hatte ich noch ein Abschlussgespräch in der Zentralbibliothek und danach war mein Praktikum bei den Bücherhallen Hamburg offiziell vorbei. So konnte ich am Nachmittag noch einmal Hamburg geniessen. Am Freitag musste ich noch zu Ende packen und die Wohnung aufräumen, bevor am Nachmittag dann die Wohnungsübergabe erfolgte. Am Freitagabend bin ich mit dem Zug zurück nach Basel gereist.

Das Praktikum bei den Bücherhallen Hamburg hat mir grossen Spass gemacht. Ich habe sehr viel über den Betrieb einer allgemein öffentlichen Bibliothek gelernt.

Jasmine Brüderlin, 11.12.2018, Basel

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Praktikum Hamburg, Teil 2.

Im laufe der Zeit lernte ich auch neue Dienstleistungen kennen, in die ich eingeführt wurde und nach kurzer Zeit konnte ich die auch selbstständig ausführen.

Gegen Ende September fand der Aktionstag talantCAMPus im UKE statt. Das Programm wurde vom Dachverband der deutschen Volkshochschulen entwickelt und über das Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziell gefördert. Die Teilnahme für Kinder und Jugendliche ist kostenfrei. Innerhalb der drei großen Hamburger Schulferien werden verschiedene Workshops angeboten, die meistens eine Woche dauern. Alle Kurse haben einen kulturellen Schwerpunkt und sollen Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit geben, ihre Talente zu entdecken und zu stärken. Durch die Beschäftigung mit Kunst und Kultur fühlen sich junge Menschen wertgeschätzt und lernen Fähigkeiten für ein Selbstbestimmtes Leben.

Wir hatten in der Bibliothek zwei verschiedene Schüler Gruppen, im Alter von 12 bis 18 Jahre. Die Teilnehmenden habe eine Einführung in die Bibliothek und zur Recherche bekommen. Ich habe eine kurze Präsentation über die Bibliothek und über die Ausbildung zur Fachangestellte für Medien und Informationsdienste (Fami) gehalten.

Dissertation Katalogisierung

Man katalogisiert hier wie in der Schweiz nach RDA aber anders als bei uns arbeitet man in der ÄZB mit der Verbunddatenbank des GBVs (Pica / CBS). Da das System für mich völlig fremd war, brauchte ich Zeit um mich zu orientieren. Mir wurde in der Medienbearbeitung bei der Katalogisierung von Dissertation geholfen wenn ich Probleme hatte. Der Kollege der in der ÄZB die Dissertationen bearbeitet  hat mich in das System eingearbeitet.

Medizinische Bücherflohmarkt

Jedes Jahr verkauft die ÄZB im November alte Lehrbücher und sonstige aussortierte Medien zum sehr guten Preis. Da medizinische Bücher hochpreisig sind, werden die Bücher sehr gut verkauft. Für die Vorbereitung des Bücher Flohmarktes habe ich Flyer und Plakate entworfen und hergestellt. Am Tag des Flohmarktes habe ich dann auch beim Verkauf mitgeholfen und es war Erfolgreich.

Die drei Monaten ging unglaublich schnell. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht in den verschiedenen Bereichen in der Bibliothek zu arbeiten und dabei habe ich sehr viel gelernt. Ich werde meine Erfahrung hier in der ÄZB für mein weiteres (Berufs-)Leben mitnehmen.

Tenzin Shagatsang, 23.11.2018

 

 

Mein Praktikum bei den Bücherhallen Hamburg, Teil 1

Nun bin ich an der Reihe euch über meine bisherigen Erfahrungen hier in Hamburg zu berichten.

Ich bin Anfangs September ebenfalls mit dem Zug angereist. So war ich, was das Gepäck angeht, viel flexibler. Mit dem Flugzeugt hätte ich für jedes Gepäckstück zahlen müssen.

Und da ich jemand bin, der gerne zu viel einpackt 😊, war es günstiger mit dem Zug zu reisen.

Tenzin hat mich netterweise am Hauptbahnhof abgeholt, ansonsten hätte ich vermutlich etwas Mühe gehabt die Wohnung zu finden. Unsere Wohnung ist an toller Lage, komplett ausgestattet und könnte zentraler nicht liegen. Das Beste an der Wohnung? Ich brauche zur Hauptfiliale der Bücherhallen Hamburg nur 10 Minuten zu Fuss.

Ich bin eine Woche vor Praktikumsstart angereist. Somit hatte ich genügend Zeit mich einzurichten, mir eine Monatskarte zu besorgen und die Umgebung zu erkunden. Da ich in den 12 Wochen meines Praktikums in verschiedenen Abteilungen und Filialen der Bücherhallen tätig bin, habe ich die Zeit genutzt um zu den verschiedenen Standorten zu fahren, damit ich dann später weiss, wo ich hin muss.

Bücherhallen Hamburg

Bücherhallen Hamburg Logo
Bücherhallen Hamburg Logo

Die Bücherhallen Hamburg bestehen aus 32 Stadtteilbibliotheken, 2 Bücherbussen und die Zentralbibliothek mit integrierter Kinder- und Jugendbibliothek in der Nähe des Hauptbahnhofs. Mit jährlich 4,8 Millionen Besucher gehören sie zu den publikumsstärksten Kultureinrichtungen Hamburgs. Im Bestand haben sie mehr als 1,7 Millionen Medien in über 30 Sprachen. Pro Jahr kaufen die Bücherhallen über 235’000 Titel neu ein. Jährlich finden ca. 11’000 Veranstaltungen statt, darunter Lesungen, Vorträge, Diskussionen und Ausstellungen. 600 Ehrenamtliche bieten Dienste wie Gesprächsgruppen für Zuwanderer oder einen Medienlieferdienst für mobilitätseingeschränkte Menschen an. Einen Schwerpunkt bilden die verschiedenen Kinderveranstaltungen wie Bilderbuchkino, Vorlesestunden und Führungen. Kitas und Schulen nehmen daran aktiv teil.

Hamburger_Bücherhalle_Hühnerposten
Zentralbibliothek

Die ersten 6 Wochen meines Praktikums bei den Bücherhallen Hamburg

Nach einem Einführungsgespräch am Montag, 10. September und einer Azubi-Schulung am Dienstagmorgen, ging mein Praktikum am Nachmittag dann richtig los. Die ersten drei Wochen verbrachte ich in der Stadtteilbibliothek Lokstedt. Dort bekam ich einen ausführlichen Einblick in den Ablauf einer Stadtbibliothek, lernte beim Büchereinstellen die Systematik der Bücherhallen Hamburg besser kennen und konnte aktiv in der Auskunft mitarbeiten. Lokstedt ist eine Filiale, die viele Veranstaltungen für Kitas und Schulen macht. So konnte ich bei einigen Klassenführungen und Bilderbuchkinos mithelfen. Die Zeit in Lokstedt hat mir sehr viel Spass gemacht und ich habe einiges gelernt. Das Team dort ist unglaublich nett und hat sich sehr bemüht mir einen umfassenden Einblick in ihre Arbeit zu geben. Ich werde die Damen dort auf jeden Fall vermissen und sie sicher in meiner Zeit hier noch einmal besuchen.

In der Woche nach meiner Zeit in Lokstedt war ich in der Zentralbibliothek, genauer in den Zentralen Bibliotheksdiensten. Dort habe ich den Weg des Buchs kennengelernt. Also von der Bestellung bis zur Auslieferung in die verschiedenen Stadtteilbibliotheken. Mir wurde die Bestelldatenbank gezeigt und wie mit den eingegangenen Bestellungen umzugehen ist. Denn jede Stadtteilbibliothek kann für sich selbst bestellen. Die Bestellungen werden den Tag über gesammelt und am nächsten Tag an die Einkaufszentrale verschickt.

Die Katalogisierung erfolgt ähnlich wie bei uns, nur nicht mit Aleph, aber auch im MARC21-Format. Die bestellten Medien werden grundsätzlich von der Einkaufszentrale bereits richtig verpackt (CD’s) oder mit Folie geschützt (Bücher), mit dem Signaturenetikett versehen und der RFID-Tag eingeklebt. Manchmal macht dies die Einkaufszentrale aber nicht oder es kann sein, dass eine Signatur falsch ist. Für solche Fälle ist die Technische Medienbearbeitung zuständig. Dort durfte ich einen halben Nachmittag verbringen, Bücher folieren und Signaturen aufkleben. In die Zeitschriftenstelle bekam ich ebenfalls einen Einblick und erfuhr, dass die teuerste Zeitschrift (ca. 70 €) eine Modezeitschrift ist! Wer hätte das gedacht!

Einen weiteren Nachmittag in dieser Woche war ich in der Abteilung der Justizanstalts-büchereien. Gefangene in den Hamburger Justizvollzugsanstalten haben die einzigartige Möglichkeit Bücher und CD‘s über die Bücherhallen auszuleihen. Die Abteilung ist als Servicestelle für sechs Büchereien zuständig. Die Büchereien sind alles Magazinbüchereien und somit für die Insassen nicht zugänglich. Da es im Gefängnis kein Internet und auch keine Computer gibt, müssen die Insassen Titel über einen Bandkatalog auswählen. Die Magazin-büchereien werden jeweils von einem oder zwei Insassen betreut. Damit auch alles von der Ausleihe bis zur Rückgabe korrekt funktioniert, müssen die beiden Mitarbeiter der Justizanstaltsbüchereien alle paar Monate die Gefängnisse besuchen um nach dem Rechten zu sehen. Die Arbeit in dieser Abteilung fand ich sehr eindrücklich und spannend und ich denke, dass diese Arbeit mit dem direkten Kontakt zu den Insassen nicht für jeden etwas ist.

Die nächste Station nach den Zentralen Bibliotheksdiensten war das Veranstaltungsbüro. Dort habe ich zwei lustige Wochen verbracht, unter anderem mit Gamen.

Das Veranstaltungsbüro verwaltet das Material für die verschiedenen Veranstaltungen. Die Stadtteilbibliotheken sowie die Zentralbibliothek haben die Möglichkeit für ihre Veranstaltungen gewisse Materialien wie z. B. Stühle, Geschirr, Spielkonsolen, Tonanlagen, verschiedene Spiele, einen Promobus etc. zu mieten. Diese Dinge können sie über einen internen Katalog bestellen. Das Veranstaltungsbüro bereitet die benötigten Materialien vor und verschickt sie an die Bücherhallen.

Promobus des Veranstaltungsbüros
Promobus des Veranstaltungsbüros

Während meiner Zeit dort bekam das Büro die Möglichkeit von der Jugendbibliothek, Spielkonsolen zu übernehmen, die dort nicht mehr gebraucht wurden. Die Konsolen inklusive Zubehör waren in Kisten abgepackt. Diese mussten wir alle auspacken und sortieren, damit wir prüfen konnten, ob alles vorhanden ist.

Natürlich mussten die Konsolen auch auf ihre Funktionstüchtigkeit überprüft werden. Und so kam es, dass ich und die Kollegin aus dem Veranstaltungsbüro einen halben Morgen lang die Nintendo Konsole ausführlich getestet und Super Mario gespielt haben😉.

Die Konsolen wurden dann alle sortiert, beschriftet und in den Katalog aufgenommen, damit sie dann von den Stadtteilbibliotheken bestellt werden können.

Ausserdem durfte ich selbständig eine Musikbox mit unterschiedlichen Instrumenten wie Rasseln und Trommeln zusammenstellen, die dann auch wieder für Veranstaltungen gebucht werden kann.

Die Zeit im Veranstaltungsbüro hat sehr viel Spass gemacht. Es war abwechslungsreich und vielfältig.

Nun bin ich bereits in der Halbzeit meines Praktikums, in dem ich einiges gelernt und gesehen habe. Ich freue mich auf die nächsten sechs Wochen. Diese werden bestimmt ebenfalls sehr vielfältig und ereignisreich.

Jasmine Brüderlin, 21.10.2018, Hamburg

Praktikum Hamburg, 20.09 – 23.11.2018

Die Reise mit dem Nachtzug von Basel nach Hamburg beträgt 10,5 Stunden, da ich nur einen normalen Sitzplatz reserviert hatte, war die Fahrt nicht allzu bequem verlaufen. Zum Glück gab es aber nicht so viele Reisenden im Waggon und ich konnte mich auf mehreren Sesseln entspannen. Rechtzeitig kam der Zug im Hauptbahnhof Hamburg an.

Meine Wohnung, die ich zusammen mit Jasmine Brüderlin gemietet habe, liegt nur 10-15 Minuten Fußweg vom Hauptbahnhof entfernt. Ohne meinen alten Freund Mosis, der mich empfangen und mir alles gezeigt hat, hätte ich den Weg dennoch nicht so einfach gefunden. Die Wohnung liegt an einem Kanal (Hamburg besitzt mehr Brücken als Venedig und ist sehr schön!) Es ist eine möblierte 3-Zimmerwohnung, in der nichts fehlt. Es gibt sogar einen Regenschirm, der in der Regen Hamburg unentbehrlich ist.

Bevor ich meinen ersten Arbeitstag in der Ärztliche Zentralbibliothek angetreten habe, hatte ich ein paar Tage frei, um mich vorzubereiten und mich in der Stadt zu orientieren. Ich erkundete die Umgebung meiner Wohnung. Ganz in der Nähe befindet sich der Steindamm. Eine Straße, in der es viele multikulturelle Angebote an Shops, Restaurants, Cafes, Frieseure u. a. gibt.

Über die ÄZB

Ärztliche Zentralbibliothek
Eingang Ärztliche Zentralbibliothek

Die Ärztliche Zentralbibliothek ist die Zentral Fachbibliothek der medizinischen Fakultät der Universität Hamburg und ist damit wichtiger Partner für Forschung und Lehre. Die Bibliothek ist für jederman zugänglich und verfügt über mehr als 300´000 Printmedien und 4500 E-Books, 50´000 E-Journals und zahlreiche Datenbanken.

Die Bibliothek ist montags – sonntags von 9:00 – 22:00 Uhr geöffnet und bietet während der Servicezeiten 9:00 – 17:00 montags – freitags Unterstützung vom Fachpersonal.

Die Bibliothek besteht aus 4 Etagen und einem Magazin.

1.Etage: Leihstelle, Auskunftstelle, Selbstverbuchung, Meditreff mit 2 Schulungsräume, Schließfächer, Drucker und Süßigkeiten und Getränken  Automat.

2.Etage: Lehrbuchsammlung, 30 Arbeitsplätze und 6 PCs und Drucker.

3.Etage: Fachbuchsammlung, Monografien, Gruppenräume, Schulungsräume und 3 Drucker.

4.Etage: Gebundenen Zeitschriften ab 2000, die meisten Arbeitsplätz (s. Foto) und 3 Drucker.

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Arbeitsplätze 4. OG

Für mein Praktikum habe ich ein Ablaufplan bekommen. Zusätzlich gibt es ein Wöchentlichen Dienstplan in dem ich eingetragen werde, wann ich Ordnungsdient, Leihstelle und Scannen habe. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind ganz lieb und sind jederzeit bereit, meine Fragen zu beantworten. Folgende Arbeitsstelle habe ich bis jetzt in die Bibliothek kennen gelernt:

Leihstelle: hier werden Bücher ausgeliehen, zurück gebucht, verlängert, neue Bibliothekskarten ausgestellt, Gebühren kassiert und alle möglichen Hilfestellungen angeboten. Man arbeitet hier mit den LBS4 Pica anstatt mit ALEPH.

Auskunftstelle: alle Informationen zur Recherche, Elektronische Zeitschriften, Literatur Bestellungen und noch andere werden hier mitgegeben.

Ordnungsdienst: wie das Wort schon sagt, man schaut, dass alles in der Bibliothek in Ordnung ist. Die herum liegenden Bücher werden zurück ins Regal aufgeräumt und sonstiges zurückgelassene Flasche/Paper wieder im Müll versorgt, die Drucker werden gewartet, offene Bestellung aus dem Magazin geholt, Monografien/Zeitschriften die ins Magazin gehören werden zurückgestellt. Die Hauptaufgabe der Ordnungsdienst ist es aber zurück gegebenen Bücher in die Regal zu stellen und Literatur Bestellung aus allen Stockwerken zu liefern.

Scannen: da der Präsenzbestand nicht ausgeliehen werden darf, werden die Bestellungen aus dem Magazin geholt, eingescannt und dann an die Benutzer per Mail gesendet. Dabei muss man beachten und so bearbeiten, dass es leserlich ist. Anders als beim Kopierer legt man das Buch mit dem zu kopierende Seite nach oben.

Abschließend

Die letzten drei Wochen vergingen blitzschnell. Ich konnte überall einen Einblick gewinnen und etwas Neues lernen. Besonders habe ich viel im Ordnungsdienst und im Servicecenter gearbeitet, Gleichzeitig habe ich auch in der Fernleihe mithelfen können und gelernt wie man den elektronischen Scanner bedient.

Es lief bis jetzt alles gelungen und ich freue mich auf die nächsten Wochen, die ich hier in die ÄZB verbringen werde.

Tenzin Shagatsang, 25.09.2018, Hamburg

 

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How to…

…Hamburg

Anreise

Vor rund zwei Wochen kam ich nach etwas mehr als zehn Stunden Zugfahrt durchgefroren in Hamburg an – die Klimaanlage in den Wagen der Deutschen Bahn hatte ich unterschätzt. Petrus meinte es jedoch gut mit mir: das Wetter ist bisher überdurchschnittlich warm und vom „stets regnerisch kalten, windigen Hamburg“ habe ich noch kaum etwas gemerkt und so war mir bald wieder warm. Meine Lessons Learnt zur Reise:

  • Es lohnt sich, eine Offline-Karte aufs Smartphone zu laden, damit man sich vor Ort orientieren kann.
  • Zudem schreibt man sich die Verbindung innerhalb der Stadt am besten im Vornherein raus.

Ankunft

Warm war auch der Empfang in meiner WG. Die Wohnungssuche hatte sich zwar schwierig gestaltet, doch mit viel Glück fand ich eine schöne Bleibe, nur zehn Rad-Minuten vom Informationszentrum des „German Institute of Global and Area Studies“ GIGA IZ – meinem Arbeitsort bis Ende Oktober – entfernt.

Bevor ich im GIGA IZ meinen ersten Arbeitstag antrat, hatte ich einen Tag „frei“, um Anzukommen, Einkaufen zu gehen, eine SIM-Karte zu beschaffen und mich über die Mobilität innerhalb der Stadt zu informieren. Meine Empfehlung an zukünftige Praktikant_innen:

  • Plant mindestens einen Tag ein, um die Nachbarschaft schon mal kennen zu lernen, anzukommen und Organisatorisches zu erledigen.
  • Informiert euch auch, was ihr in der Nähe für Sport-, Kultur- oder sonstige Angebote habt. Es ist zwar auch schön, am Feierabend die Stadt auf einen wirken zu lassen zu spazieren zu gehen, doch man fühlt sich gleich viel wohler, wenn man eine regelmässige Freizeitbeschäftigung findet – und lernt dabei auch Leute kennen!
  • Kauft euch die SIM-Karte bei einem Anbieter, bei dem ihr euch direkt identifizieren könnt. So spart ihr euch die Zeit und Nerven, mehrmals und teils erfolglos zu erklären, dass ihr zwar Wohnsitz in der Schweiz habt, aber dennoch eine deutsche SIM wünscht.
  • Kauft euch ein Rad! So seid ihr viel mobiler, spart zudem das Geld für die ÖV-Tickets und haltet euch fit. Auf Facebook-Marketplace und eBay-Kleinanzeigen sind diverse Angebote zu finden.

Arbeit

GIGA
Das Gebäude am Jungfernstieg, in dem sich das GIGA IZ befindet

Das GIGA IZ ist super zentral gelegen und war glücklicherweise einfach zu finden. Nach einer kurzen Begrüssungsrunde und Zeit für einen Kaffee erhielt ich eine erste Einführung. Besonders schätze ich die gemeinsamen Mittagessen: so fühlt man sich in einem neuen Team gleich viel wohler!

Das GIGA IZ besteht in der heutigen, gemeinsamen Form erst seit 2006. Vorher waren die Fachbibliotheken eigenständige Abteilungen. Daher lassen sich in den Arbeitsweisen noch immer fachbibliotheksspezifische Unterschiede erkennen.

In den vergangenen – mittlerweile doch schon drei Wochen – konnte ich fast alle Teilbereiche der tätlichen Arbeit im IZ Einblicke gewinnen. Das schöne und spannende hier ist, dass die meisten der Angestellten die ganze Bandbreite der Bibliotheksaufgaben übernehmen. So konnte ich bei der Auswertung von Zeitschriftenartikeln helfen, erstellte diverse Katalogisate, nahm an einer Sitzung zur Planung des bevorstehenden Umzugs teil, lernte Neues über Open-Acces und konnte auch bei der Sacherschliessung mithelfen.

Was mich ebenfalls sehr freut, ist, dass ich die Ferienvertretung im Bereich „Überregional“ machen kann. So konnte ich das Gelernte betreffend Bestellvorgang, Formalerschliessung und Ausrüstung vertiefen.

Ein besonderer Mehrwert, den die Mitarbeiter_innen hier generieren, ist die Tiefe der inhaltlichen Erschliessung. Diverse Artikel aus abonnierten Zeitschriften werden einzeln aufgenommen, Dokumente werden mit Hauptschlagworten und Teilaspekten detailliert beschrieben und wann immer möglich werden Inhaltsverzeichnisse aus Büchern ebenfalls in die Aufnahme genommen, um sie für die Nutzer_innen suchbar zu machen.

Auch hier einige Punkte, die ich hervorheben möchte:

  • Am Anfang scheinen die verschiedenen Systeme, die für die tägliche Arbeit verwendet werden sehr verwirrend. Auch jetzt bin ich mir teilweise nicht sicher, wo ich denn jetzt den Exemplardatensatz bearbeite und was genau wo zu finden ist. Das kommt nicht zuletzt daher, dass das IZ Teil des FIV – Fachinformationsverbund Internationale Beziehungen und Länderkunde ist.
  • Es lohnt sich, Anleitungen für das Gelernte zu schreiben. So kann man relativ schnell selbstständig Dinge erledigen und merkt, wo Wissenslücken sind.
  • Das Team ist super lieb und stets bereit, Fragen zu beantworten und zu helfen!
Afrika
Ein Teil der Afrikabibliothek – noch mit Zettelkatalog der alten Aufnahmen! 😀

Abschliessend

Es war schön zu merken, dass ich von den Inhalten her recht schnell verstand, was mir in den verschiedenen Einführungen erklärt wurde. Zwar braucht man hier das PICA- anstelle des MARC21-Formats und auch beispielsweise die Tastatur ist anders als gewohnt, doch abgesehen von diesen technischen Dingen, konnte ich feststellen, dass sich meine Ausbildung durchaus gelohnt hat und auch in einem anderen Land zu gebrauchen ist.

Ich bin gespannt, was in den nächsten Wochen noch alles auf mich zukommt und bin mir sicher, dass es weiterhin spannend und lehrreich bleiben wird!

Sara Kuhnert, 22.08.2018, Hamburg

Einführung

Bild: Die 2017 fertiggestellte Elbphilharmonie ist fast schon zu einem Wahrzeichen für die Hansestadt Hamburg geworden.

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Liebe Leserinnen und Leser

Wie auf der Seite „Über uns“ erklärt, werden wir, Jasmine, Tenzin und Sara, auf dieser Seite regelmässig berichten, was wir Neues gelernt haben.

Alle Autor_innen schreiben bis Ende November zwei Beiträge.

Gute Lektüre!