How to…

…Hamburg

Anreise

Vor rund zwei Wochen kam ich nach etwas mehr als zehn Stunden Zugfahrt durchgefroren in Hamburg an – die Klimaanlage in den Wagen der Deutschen Bahn hatte ich unterschätzt. Petrus meinte es jedoch gut mit mir: das Wetter ist bisher überdurchschnittlich warm und vom „stets regnerisch kalten, windigen Hamburg“ habe ich noch kaum etwas gemerkt und so war mir bald wieder warm. Meine Lessons Learnt zur Reise:

  • Es lohnt sich, eine Offline-Karte aufs Smartphone zu laden, damit man sich vor Ort orientieren kann.
  • Zudem schreibt man sich die Verbindung innerhalb der Stadt am besten im Vornherein raus.

Ankunft

Warm war auch der Empfang in meiner WG. Die Wohnungssuche hatte sich zwar schwierig gestaltet, doch mit viel Glück fand ich eine schöne Bleibe, nur zehn Rad-Minuten vom Informationszentrum des „German Institute of Global and Area Studies“ GIGA IZ – meinem Arbeitsort bis Ende Oktober – entfernt.

Bevor ich im GIGA IZ meinen ersten Arbeitstag antrat, hatte ich einen Tag „frei“, um Anzukommen, Einkaufen zu gehen, eine SIM-Karte zu beschaffen und mich über die Mobilität innerhalb der Stadt zu informieren. Meine Empfehlung an zukünftige Praktikant_innen:

  • Plant mindestens einen Tag ein, um die Nachbarschaft schon mal kennen zu lernen, anzukommen und Organisatorisches zu erledigen.
  • Informiert euch auch, was ihr in der Nähe für Sport-, Kultur- oder sonstige Angebote habt. Es ist zwar auch schön, am Feierabend die Stadt auf einen wirken zu lassen zu spazieren zu gehen, doch man fühlt sich gleich viel wohler, wenn man eine regelmässige Freizeitbeschäftigung findet – und lernt dabei auch Leute kennen!
  • Kauft euch die SIM-Karte bei einem Anbieter, bei dem ihr euch direkt identifizieren könnt. So spart ihr euch die Zeit und Nerven, mehrmals und teils erfolglos zu erklären, dass ihr zwar Wohnsitz in der Schweiz habt, aber dennoch eine deutsche SIM wünscht.
  • Kauft euch ein Rad! So seid ihr viel mobiler, spart zudem das Geld für die ÖV-Tickets und haltet euch fit. Auf Facebook-Marketplace und eBay-Kleinanzeigen sind diverse Angebote zu finden.

Arbeit

GIGA
Das Gebäude am Jungfernstieg, in dem sich das GIGA IZ befindet

Das GIGA IZ ist super zentral gelegen und war glücklicherweise einfach zu finden. Nach einer kurzen Begrüssungsrunde und Zeit für einen Kaffee erhielt ich eine erste Einführung. Besonders schätze ich die gemeinsamen Mittagessen: so fühlt man sich in einem neuen Team gleich viel wohler!

Das GIGA IZ besteht in der heutigen, gemeinsamen Form erst seit 2006. Vorher waren die Fachbibliotheken eigenständige Abteilungen. Daher lassen sich in den Arbeitsweisen noch immer fachbibliotheksspezifische Unterschiede erkennen.

In den vergangenen – mittlerweile doch schon drei Wochen – konnte ich fast alle Teilbereiche der tätlichen Arbeit im IZ Einblicke gewinnen. Das schöne und spannende hier ist, dass die meisten der Angestellten die ganze Bandbreite der Bibliotheksaufgaben übernehmen. So konnte ich bei der Auswertung von Zeitschriftenartikeln helfen, erstellte diverse Katalogisate, nahm an einer Sitzung zur Planung des bevorstehenden Umzugs teil, lernte Neues über Open-Acces und konnte auch bei der Sacherschliessung mithelfen.

Was mich ebenfalls sehr freut, ist, dass ich die Ferienvertretung im Bereich „Überregional“ machen kann. So konnte ich das Gelernte betreffend Bestellvorgang, Formalerschliessung und Ausrüstung vertiefen.

Ein besonderer Mehrwert, den die Mitarbeiter_innen hier generieren, ist die Tiefe der inhaltlichen Erschliessung. Diverse Artikel aus abonnierten Zeitschriften werden einzeln aufgenommen, Dokumente werden mit Hauptschlagworten und Teilaspekten detailliert beschrieben und wann immer möglich werden Inhaltsverzeichnisse aus Büchern ebenfalls in die Aufnahme genommen, um sie für die Nutzer_innen suchbar zu machen.

Auch hier einige Punkte, die ich hervorheben möchte:

  • Am Anfang scheinen die verschiedenen Systeme, die für die tägliche Arbeit verwendet werden sehr verwirrend. Auch jetzt bin ich mir teilweise nicht sicher, wo ich denn jetzt den Exemplardatensatz bearbeite und was genau wo zu finden ist. Das kommt nicht zuletzt daher, dass das IZ Teil des FIV – Fachinformationsverbund Internationale Beziehungen und Länderkunde ist.
  • Es lohnt sich, Anleitungen für das Gelernte zu schreiben. So kann man relativ schnell selbstständig Dinge erledigen und merkt, wo Wissenslücken sind.
  • Das Team ist super lieb und stets bereit, Fragen zu beantworten und zu helfen!
Afrika
Ein Teil der Afrikabibliothek – noch mit Zettelkatalog der alten Aufnahmen! 😀

Abschliessend

Es war schön zu merken, dass ich von den Inhalten her recht schnell verstand, was mir in den verschiedenen Einführungen erklärt wurde. Zwar braucht man hier das PICA- anstelle des MARC21-Formats und auch beispielsweise die Tastatur ist anders als gewohnt, doch abgesehen von diesen technischen Dingen, konnte ich feststellen, dass sich meine Ausbildung durchaus gelohnt hat und auch in einem anderen Land zu gebrauchen ist.

Ich bin gespannt, was in den nächsten Wochen noch alles auf mich zukommt und bin mir sicher, dass es weiterhin spannend und lehrreich bleiben wird!

Sara Kuhnert, 22.08.2018, Hamburg

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