Mein Praktikum bei den Bücherhallen Hamburg, Teil 1

Nun bin ich an der Reihe euch über meine bisherigen Erfahrungen hier in Hamburg zu berichten.

Ich bin Anfangs September ebenfalls mit dem Zug angereist. So war ich, was das Gepäck angeht, viel flexibler. Mit dem Flugzeugt hätte ich für jedes Gepäckstück zahlen müssen.

Und da ich jemand bin, der gerne zu viel einpackt 😊, war es günstiger mit dem Zug zu reisen.

Tenzin hat mich netterweise am Hauptbahnhof abgeholt, ansonsten hätte ich vermutlich etwas Mühe gehabt die Wohnung zu finden. Unsere Wohnung ist an toller Lage, komplett ausgestattet und könnte zentraler nicht liegen. Das Beste an der Wohnung? Ich brauche zur Hauptfiliale der Bücherhallen Hamburg nur 10 Minuten zu Fuss.

Ich bin eine Woche vor Praktikumsstart angereist. Somit hatte ich genügend Zeit mich einzurichten, mir eine Monatskarte zu besorgen und die Umgebung zu erkunden. Da ich in den 12 Wochen meines Praktikums in verschiedenen Abteilungen und Filialen der Bücherhallen tätig bin, habe ich die Zeit genutzt um zu den verschiedenen Standorten zu fahren, damit ich dann später weiss, wo ich hin muss.

Bücherhallen Hamburg

Bücherhallen Hamburg Logo
Bücherhallen Hamburg Logo

Die Bücherhallen Hamburg bestehen aus 32 Stadtteilbibliotheken, 2 Bücherbussen und die Zentralbibliothek mit integrierter Kinder- und Jugendbibliothek in der Nähe des Hauptbahnhofs. Mit jährlich 4,8 Millionen Besucher gehören sie zu den publikumsstärksten Kultureinrichtungen Hamburgs. Im Bestand haben sie mehr als 1,7 Millionen Medien in über 30 Sprachen. Pro Jahr kaufen die Bücherhallen über 235’000 Titel neu ein. Jährlich finden ca. 11’000 Veranstaltungen statt, darunter Lesungen, Vorträge, Diskussionen und Ausstellungen. 600 Ehrenamtliche bieten Dienste wie Gesprächsgruppen für Zuwanderer oder einen Medienlieferdienst für mobilitätseingeschränkte Menschen an. Einen Schwerpunkt bilden die verschiedenen Kinderveranstaltungen wie Bilderbuchkino, Vorlesestunden und Führungen. Kitas und Schulen nehmen daran aktiv teil.

Hamburger_Bücherhalle_Hühnerposten
Zentralbibliothek

Die ersten 6 Wochen meines Praktikums bei den Bücherhallen Hamburg

Nach einem Einführungsgespräch am Montag, 10. September und einer Azubi-Schulung am Dienstagmorgen, ging mein Praktikum am Nachmittag dann richtig los. Die ersten drei Wochen verbrachte ich in der Stadtteilbibliothek Lokstedt. Dort bekam ich einen ausführlichen Einblick in den Ablauf einer Stadtbibliothek, lernte beim Büchereinstellen die Systematik der Bücherhallen Hamburg besser kennen und konnte aktiv in der Auskunft mitarbeiten. Lokstedt ist eine Filiale, die viele Veranstaltungen für Kitas und Schulen macht. So konnte ich bei einigen Klassenführungen und Bilderbuchkinos mithelfen. Die Zeit in Lokstedt hat mir sehr viel Spass gemacht und ich habe einiges gelernt. Das Team dort ist unglaublich nett und hat sich sehr bemüht mir einen umfassenden Einblick in ihre Arbeit zu geben. Ich werde die Damen dort auf jeden Fall vermissen und sie sicher in meiner Zeit hier noch einmal besuchen.

In der Woche nach meiner Zeit in Lokstedt war ich in der Zentralbibliothek, genauer in den Zentralen Bibliotheksdiensten. Dort habe ich den Weg des Buchs kennengelernt. Also von der Bestellung bis zur Auslieferung in die verschiedenen Stadtteilbibliotheken. Mir wurde die Bestelldatenbank gezeigt und wie mit den eingegangenen Bestellungen umzugehen ist. Denn jede Stadtteilbibliothek kann für sich selbst bestellen. Die Bestellungen werden den Tag über gesammelt und am nächsten Tag an die Einkaufszentrale verschickt.

Die Katalogisierung erfolgt ähnlich wie bei uns, nur nicht mit Aleph, aber auch im MARC21-Format. Die bestellten Medien werden grundsätzlich von der Einkaufszentrale bereits richtig verpackt (CD’s) oder mit Folie geschützt (Bücher), mit dem Signaturenetikett versehen und der RFID-Tag eingeklebt. Manchmal macht dies die Einkaufszentrale aber nicht oder es kann sein, dass eine Signatur falsch ist. Für solche Fälle ist die Technische Medienbearbeitung zuständig. Dort durfte ich einen halben Nachmittag verbringen, Bücher folieren und Signaturen aufkleben. In die Zeitschriftenstelle bekam ich ebenfalls einen Einblick und erfuhr, dass die teuerste Zeitschrift (ca. 70 €) eine Modezeitschrift ist! Wer hätte das gedacht!

Einen weiteren Nachmittag in dieser Woche war ich in der Abteilung der Justizanstalts-büchereien. Gefangene in den Hamburger Justizvollzugsanstalten haben die einzigartige Möglichkeit Bücher und CD‘s über die Bücherhallen auszuleihen. Die Abteilung ist als Servicestelle für sechs Büchereien zuständig. Die Büchereien sind alles Magazinbüchereien und somit für die Insassen nicht zugänglich. Da es im Gefängnis kein Internet und auch keine Computer gibt, müssen die Insassen Titel über einen Bandkatalog auswählen. Die Magazin-büchereien werden jeweils von einem oder zwei Insassen betreut. Damit auch alles von der Ausleihe bis zur Rückgabe korrekt funktioniert, müssen die beiden Mitarbeiter der Justizanstaltsbüchereien alle paar Monate die Gefängnisse besuchen um nach dem Rechten zu sehen. Die Arbeit in dieser Abteilung fand ich sehr eindrücklich und spannend und ich denke, dass diese Arbeit mit dem direkten Kontakt zu den Insassen nicht für jeden etwas ist.

Die nächste Station nach den Zentralen Bibliotheksdiensten war das Veranstaltungsbüro. Dort habe ich zwei lustige Wochen verbracht, unter anderem mit Gamen.

Das Veranstaltungsbüro verwaltet das Material für die verschiedenen Veranstaltungen. Die Stadtteilbibliotheken sowie die Zentralbibliothek haben die Möglichkeit für ihre Veranstaltungen gewisse Materialien wie z. B. Stühle, Geschirr, Spielkonsolen, Tonanlagen, verschiedene Spiele, einen Promobus etc. zu mieten. Diese Dinge können sie über einen internen Katalog bestellen. Das Veranstaltungsbüro bereitet die benötigten Materialien vor und verschickt sie an die Bücherhallen.

Promobus des Veranstaltungsbüros
Promobus des Veranstaltungsbüros

Während meiner Zeit dort bekam das Büro die Möglichkeit von der Jugendbibliothek, Spielkonsolen zu übernehmen, die dort nicht mehr gebraucht wurden. Die Konsolen inklusive Zubehör waren in Kisten abgepackt. Diese mussten wir alle auspacken und sortieren, damit wir prüfen konnten, ob alles vorhanden ist.

Natürlich mussten die Konsolen auch auf ihre Funktionstüchtigkeit überprüft werden. Und so kam es, dass ich und die Kollegin aus dem Veranstaltungsbüro einen halben Morgen lang die Nintendo Konsole ausführlich getestet und Super Mario gespielt haben😉.

Die Konsolen wurden dann alle sortiert, beschriftet und in den Katalog aufgenommen, damit sie dann von den Stadtteilbibliotheken bestellt werden können.

Ausserdem durfte ich selbständig eine Musikbox mit unterschiedlichen Instrumenten wie Rasseln und Trommeln zusammenstellen, die dann auch wieder für Veranstaltungen gebucht werden kann.

Die Zeit im Veranstaltungsbüro hat sehr viel Spass gemacht. Es war abwechslungsreich und vielfältig.

Nun bin ich bereits in der Halbzeit meines Praktikums, in dem ich einiges gelernt und gesehen habe. Ich freue mich auf die nächsten sechs Wochen. Diese werden bestimmt ebenfalls sehr vielfältig und ereignisreich.

Jasmine Brüderlin, 21.10.2018, Hamburg

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